Unser Hof lechzt nach Wasser
Ja, wir kämpfen wir mit der Hitze und vorallem mit der Trockenheit und möchten euch hier einen kleinen Einblick geben, was es für unseren Hof bedeutet. Wenn wir Menschen über Tropennächte klagen, dann ist es für unsere Tiere längstens unerträglich geworden. Kühe haben ganz eine andere Wohlfühltemparatur als wir (zwischen -5 und +15 Grad), ab 20 Grad erleben die Tiere bereits einen Hitzestress! Natürlich versuchen wir alles, um ihnen das Leben in der Hitze angenehmer zu machen – z.B. frühmorgens auf die Weide und sobald die Sonne höher steht, wieder rein an den Schatten, die Kälber haben generell eine Weide mit viel Schatten und die Jungtiere verbringen den Sommer auf der kühlen Diemtigtaler Alp.
Doch nicht nur die Tiere, auch die Pflanzen kämpfen ums Überleben – alles ist am austrocknen. Für unseren Standort ist es wirklich ein aussergewöhnliches Jahr – kein Regen im April, wenig im Mai, kein Regen im Juni und dazu die heisseste Juni-Temperatur seit Messbeginn! Unser Bach bringt längst zu wenig Wasser (es gibt einen Minimalpegelstand bis zu welchem Bewässerung noch erlaubt ist) – zum Glück haben wir vor Jahren eine Konzession erworben um Grundwasser nutzen zu dürfen. Das kühle Nass auf dem Bild pumpen wir aus über 17 Meter Tiefe herauf. Doch auch diese Quelle ist begrenzt – wir müssen sie sparsam nutzen und können längst nicht alle Pflanzen wässern, die es nötig hätten. Auf dem Bild werden die gerade frisch gesetzten Lagerkohlrabi und Salate bewässert. Ob die gesäten Rüebli überhaupt keimen wissen wir noch nicht – hie und da lugt eins aus der Erde – doch wo bleiben all die anderen? Sind sie trotz Bewässerung vertrocknet oder kommen sie noch? Abwarten oder neu Säen? Es ist ein Glücksspiel!
Bei uns liegt ein altes Regenrohr herum (Instrument dass die Azteken für Regenrituale benutzt haben). Aus Hilfslosigkeit spielen wir abends damit – in der Hoffnung, dass es doch irgendwie den Regen anlocken könnte… Ja, dieser aussergewöhnliche Sommer errinnert uns einmal mehr daran, wie abhängig wir von Natur und einem intakten Klima sind!
Ä Guete wünscht, Team biohof heimenhaus

